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Frühjahr 2014 | Augsburg

1. Vernetzungstreffen in Bayern


Die Veranstaltung hatte das Ziel diejenigen Akteure, die sich mit der Förderung von gesellschaftlichem Engagement an bayerischen Hochschulen und Universitäten befassen, stärker zu vernetzen. Zum einen sollten sie sich gegenseitig kennenlernen und voneinander erfahren, welche Aktivitäten (konkrete Projekte, Lehrveranstaltungen, Studienbereiche, Koordinationsstellen, etc.) an benachbarten Hochschulen und Universitäten laufen. Zum anderen sollten aktuelle Herausforderungen, die sich bei der Arbeit vor Ort ergeben, besprochen und gegebenenfalls gemeinsame Lösungswege gefunden werden.


Hintergrund des Vernetzungstreffens war eine Bestandsaufnahme der Aktivitäten von Hochschulen und Universitäten in Bayern, die im Rahmen des Verbundprojekts „Potenzialförderung für Lernen durch bürgerschaftliches Engagement und gesellschaftliche Verantwortung an Hochschulen“ im Kompetenzcluster für den süddeutschen Raum durchgeführt wurde. Bei dieser Bestandsaufnahme konnte festgestellt werden, dass es eine Vielzahl interessanter Aktivitäten gibt, die sich zwar meist in der spezifischen Ausgestaltung und Profilierung unterscheiden, aber in ihrem generellen Anliegen (z.B. Förderung ehrenamtlichen Engagements, Unterstützung studentischer Initiativen, Gestaltung von Service Learning-Seminaren, Kooperationen mit Non-Profit-Organisationen) ähneln.



Das Treffen begann mit einer Vorstellungsrunde der 21 Teilnehmenden aus 6 Universitäten, 6 Hochschulen und 3 Non-Profit-Organisationen. Nachdem sich alle Akteure vorgestellt und ihre Erwartungen an das Treffen benannt hatten, wurden die Aktivitäten auf Kärtchen gesammelt und im Plenum vorgestellt. Dabei sollte zunächst ein Überblick der Vielfalt an Aktivitäten deutlich werden. Für eine ausführlichere Darstellung der einzelnen Aktivitäten wurde im Anschluss an das Treffen eine Sammlung auf der Website „Campus vor Ort" angelegt.

 
 

Interessant war bei der Vorstellungsrunde insbesondere die „Gestalt“ des Themenfeldes, die durch eine soziometrische Aufstellung anhand von folgenden drei Fragen sichtbar gemacht wurde:

  • Wie viel Erfahrung haben Sie mit der Förderung gesellschaftlichen Engagements im Hochschulkontext (Service Learning, Campus Community Partnerships, etc.)?
  • Wie schätzen Sie den Entwicklungsstand des Themenfelds (z.B. im Hinblick auf Profilbildung, Implementierung in Studium und Lehre) an Ihrer Hochschule ein?
  • Wie Groß empfinden Sie die Herausforderungen bei der Entwicklung des Themenfelds (Anerkennung und Finanzierung, Resonanz bei Zielgruppen, etc.)?

Dabei zeichnete sich tendenziell ab, dass die meisten Teilnehmenden des Treffens sich selbst einen eher fortgeschrittenen Erfahrungsgrad zuschreiben, der Entwicklungsstand des Themenfelds sich noch eher im Aufbaustadium befindet und die Herausforderungen bei der Weiterentwicklung des Themenfeldes als eher Groß eingeschätzt werden.

Im weiteren Verlauf des Treffens wurden diese Herausforderungen näher beleuchtet und gemeinsam nach geeigneten Lösungsansätzen für die identifizierten Problemfelder gesucht. Die Bearbeitung der Problemfelder erfolgte in vier Themen-Gruppen, in welche sich die Teilnehmenden entsprechend ihren Interessen und Erfahrungen einbringen konnten:

  • Themen-Gruppe: Didaktische Herausforderungen (Stichworte: Curriculare Verankerung und Prüfungsleistungen, Projektbegleitung und Teambildung, Vorbereitung auf Feldarbeit und Reflexion der Praxiserfahrungen)
  • Themen-Gruppe: Kooperative Herausforderungen (Stichworte: Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen und Fakultäten, Erwartungen der Projektbeteiligten, Strategische Partnerschaften)
  • Themen-Gruppe: Organisatorische Herausforderungen (Stichworte: Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung, Anerkennung innerhalb der Hochschule bzw. Universität, Beteiligung der Studierenden an den Angeboten)
  • Themen-Gruppe: Strukturelle Herausforderungen (Stichworte: Hochschuldidaktische Weiterbildung, Qualitätsmanagement und Akkreditierung, Hochschulpolitische Rahmenbedingungen)
Die Ergebnisse der Themen-Gruppen wurden auf Karteikärtchen festgehalten und im Plenum vorgestellt. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden im Anschluss an das Vernetzungstreffen insgesamt 12 „Problem-Lösungs-Paare“ erstellt, die jeweils den Kern eines Problems und einen möglichen – praktisch bewährten und/oder hypothetischen - Lösungsansatz darstellen. Auf der Website "Campus vor Ort" konnten die zentralen Ergebnisse des Ideen- und Erfahrungsaustauschs festgehalten werden und bieten nun die Grundlage für eine weitere Ausarbeitung von Erfolgsmustern. Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang die Beobachtung, dass sich die Teilnehmer nicht mit den didaktischen Herausforderungen befassten.

  

Bei den kooperativen Herausforderungen wurden „Problem-Lösungs-Paare“ zu folgenden Themen besprochen und Lösungsansätze festgehalten:
  • die Zusammenarbeit von Hochschulen bzw. Universitäten mit regionalen Mittlerorganisationen zu stärken
  • die Erwartungen der Beteiligten zu Projektbeginn zu klären und im Projektverlauf im Blick zu halten
  • interkulturelle Unterschiede der beteiligten Organisationen zu verstehen und dadurch die operative Zusammenarbeit zu verbessern
  • die Zusammenarbeit mit Kommunen zu intensivieren, um strategische Partnerschaften aufzubauen.

Der letzte Lösungsansatz wurde nicht zuletzt deswegen als sinnvoll eingeschätzt, weil sich sowohl für die Non-Profit-Organisationen als auch für die Hochschulen bzw. Universitäten das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Kurzzeit-Engagements als weniger attraktiv erweist.

Bei den organisatorischen Herausforderungen wurden „Problem-Lösungs-Paare“ zu folgenden Themen besprochen und Lösungsansätze festgehalten:
  • Studierende am Semesterbeginnn über Möglichkeiten zum Engagement zu informieren
  • die Wertschätzung der Engagement-Angebote durch Bewerbungen für die Teilnahme zu erhöhen
  • die Akzeptanz von Praxisprojekten durch Verknüpfung mit Ringvorlesungen zu verbessern
  • interne Vernetzungstreffen zur Überbrückung disziplinärer Grenzen zu organisieren.

Als wahrscheinlich größte Herausforderung, die in weiteren Treffen eventuell vertiefend behandelt werden sollte, wurde darüber hinaus das Erreichen einer größeren Zahl von Studierenden mit den Engagement-Angeboten gesehen. Als eine weitere Barriere für die Ausweitung der Angebote zeichneten sich die zeitlichen Ressourcen der Lehrenden ab, die begrenzt und oftmals bereits ausgelastet sind. Hier könnte die Kombination von Service Learning und E-Learning einen Lösungsweg bieten.

Bei den strukturellen Herausforderungen wurden „Problem-Lösungs-Paare“ zu folgenden Themen besprochen und Lösungsansätze festgehalten:

  • den qualitativen Mehrwert von „Service Learning“ zu definieren und innerhalb der Hochschule klar zu kommunizieren
  • ein Zeitfenster für interdisziplinäre Projektarbeit in der Gestaltung von Studiengängen vorzusehen
  • die Projektarbeit mit Partnerorganisationen fest in den Curricula zu verankern
  • Rechtliche Unsicherheiten der Lehrenden durch Beratungsangebote auszuräumen.

Als zentraler Punkt für den weiteren Ausbau der Aktivitäten an den Hochschulen und Universitäten wurden schließlich noch Fragen der Finanzierung angesprochen. Hier ist grundsätzlich denkbar, dass Projektpartner oder Hochschulen bzw. Universitäten die Kosten für die Aktivitäten tragen. In der Praxis bewährt hat sich hier jedoch bislang eher die Finanzierung durch Stiftungen und/oder Sponsoren. Wichtig war den Beteiligten dabei vor allem von einer zeitlich begrenzten Projektfinanzierung wegzukommen und ein nachhaltiges „Geschäftsmodell“ für die Aktivitäten zu schaffen.

Die abschließende Feedbackrunde zum Vernetzungstreffen zeichnete ein positives Bild der Veranstaltung. Die beiden Ziele einen standortübergreifenden Erfahrungsaustausch zu initiieren und die Akteure miteinander zu vernetzen, konnten aus Sicht der Teilnehmenden voll erfüllt werden. Dieser Zuspruch spiegelte sich auch in dem Vorschlag wieder ein solches Vernetzungstreffen zu wiederholen und künftig etwa halbjährlich durchzuführen. Es wurde der Wunsch geäußert, weiteren Treffen einen thematischen Schwerpunkt zu geben und konkrete Aktivitäten als Beispiele guter Praxis genauer vorzustellen. Zudem wurde die Möglichkeit gemeinsamer Förderanträge begrüßt und von mehreren Teilnehmenden ein Interesse an der Entwicklung von mediengestützten Kursangeboten artikuliert. Diese Idee soll im Nachgang des Treffens weiterverfolgt werden.

Impressionen der Veranstaltung


  
Web Preview
Begrüßung der Teilnehmenden am 1. Vernetzungstreffen bayerischer Hochschulen und Universitäten in Augsburg
Ergebnisser der Sammlung von Aktivitäten an bayerischen Hochschulen und Universitäten
Vorstellung von Engagement-Aktivitäten an der Universität Augsburg beim Vernetzungstreffen in Augsburg
Vorstellung von Engagement-Aktivitäten an der Hochschule Rosenheim auf dem Vernetzungstreffen in Augsburg
Vorstellung der Engagement-Aktivitäten an der TU München auf dem Vernetzungstreffen in Augsburg
Vorstellung der Engagement-Aktivitäten an der Universität Regensburg auf dem Vernetzungstreffen in Augsburg
Vorstellung der Engagement-Aktivitäten an der Hochschule Augsburg beim Vernetzungstreffen in Augsburg
Arbeitsergebnisse zu den Organisatorischen Herausforderungen der Engagement-Aktivitäten an Hochschulen und Universitäten
Arbeitsergbnisse zu den Stukturellen Herausforderungen der Engagement-Aktivitäten an Hochschulen und Universtitäten
Arbeitsergebnisse der Kooperativen Herausforderungen der Engagment-Aktivivitäten an Hochschulen und Universitäten