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Herbst 2014 | Illertissen

2. Vernetzungstreffen in Bayern


Im Anschluss an das 1. Vernetzungstreffen in Augsburg haben die Hochschulen Augsburg und Neu-Ulm am 25. September 2014 zu einem weiteren Treffen ins Vöhlin-Schloss bei Illertissen eingeladen. Das Vernetzungstreffen startete in bewährter Manier mit einem informellen Zusammentreffen bei Kaffee und Gebäck, das den Gästen die Gelegenheit gab ins Gespräch zu kommen. Zur Eröffnung des Treffens begrüßten Prof. Dr. Julia Kormann und Dr. Julia Sonnberger als Vertreterinnen der gastgebenden Hochschulen und Thomas Sporer, ebenfalls Mitorganisator, gab einen Programmüberblick. Es folgte eine Vorstellungsrunde der 16 Teilnehmenden aus vier Universitäten, fünf Hochschulen und zwei Non-Profit-Organisationen.


Anschließend ging Thomas Sporer in einem Impulsreferat auf die Vielfalt der Formen und Formate bürgerschaftlichen Engagements und zivilgesellschaftlichen Transfers an Hochschulen ein. Er stellte Schlüsselbegriffe (Third Mission, Public Engagement, Scholarship of Engagement, Campus Community Partnerships, Service Learning) der an deutschen Hochschulen noch relativ jungen Debatte vor und ordnete deren etwas unterschiedliche Perspektiven auf das Themenfeld in den aktuellen Diskurs ein. Abschließend wurde ein heuristisches Modell zur Förderung von Engagement im Kontext von Lehre und Studium als Orientierungsrahmen vorgeschlagen.

 

Im Anschluss wurde die Verknüpfung von Lehre und Engagement konkretisiert, indem fünf Projekte bayerischer Hochschulen näher vorgestellt wurden und von den Erfahrungen bei der Umsetzung berichtet wurde:

Die vorgestellten Projekte spiegelten ein breites Spektrum der Möglichkeiten zur Verknüpfung von Lehre und Engagement wieder. Bei allen Projekten handelte es sich um Beispiele guter Praxis, die auf der Website Campus vor Ort als Erfahrungsberichte zu finden sind. Im Anschluss an die Präsentationen kamen in der Diskussion aber auch wesentliche Herausforderungen und kritische Nachfragen zur Sprache. Beispielsweise wurden folgende Punkte adressiert:

  • Notwendigkeit zur inhaltlichen Vorbereitung der Studierenden auf Feldeinsätze, die ein Mindestmaß an Hintergrundwissen erfordern (z.B. im Umgang mit interkulturellen Unterschieden)
  • Professionelle Begleitung und Unterstützung der Studierenden bei problematischen Situationen, die Studierende überfordern (z.B. Misshandlungsfälle beim Mentee in Mentorenprogrammen)
  • Versicherungsrechtliche Fragen im Zusammenhang mit Lernorten außerhalb des Campus und offizieller Lehrveranstaltungen (z.B. Unfälle bei Projekten bei den Partnerorganisationen)
  • Verständigung über die wechselseitigen Erwartungen der Lehrenden und der Praxispartner an die Projekte (z.B. falls der Praxispartner nicht die Zeit aufbringt, den Studierenden ein Feedback zu geben)
  • Grenzziehungen zwischen ehrenamtlichen Engagement und prinzipiell kostenpflichtigen Dienstleistungen (z.B. bei der Einbindung von Studierenden in das Alltagsgeschäft von Praxispartnern)

Da die Präsentationen der Projekte und anschließenden Diskussionen für alle Beteiligten interessant und relevant waren, begann die Mittagspause außerplanmäßig etwas später. Dennoch bot sie den Teilnehmenden die Gelegenheit sich über die Anregungen des Vormittags weiter auszutauschen und begonnene Gesprächsthemen fortzuführen.


Nach dem Mittagessen führte Dr. Julia Sonnberger in das Vorhaben ein im Rahmen der weiteren Vernetzungstreffen einen Qualitätsdialog zu starten, in dem Kernkriterien und Mehrwerte der verschiedenen Formen und Formate des Themenfeldes herausgearbeitet werden und gemeinsame Qualitätsmerkmale und Standards gefunden und etabliert werden sollen.

 

Nachdem grundlegende Aspekte der Evaluation von Qualität in der Bildung skizziert waren, wurden das Thema in drei Gruppen – aus der Perspektive von Lehrenden, Hochschulen und Praxispartnern – mit Hilfe nachstehender Leitfragen bearbeitet: Welche Aspekte der Qualität im oder für Service Learning sind aus Ihrer Erfahrung heraus bedeutsam? Wo haben wir dabei Konsens/wo liegt unser gemeinsamer Nenner?         

I) Inputqualität (Güte der Elemente eines Bildungsangebotes)

  • Welche Voraussetzung bedarf ein hochwertiges Service Learning Projekt?
  • Welche Qualitätskriterien (u. a. Mindestqualität bis Perfektion) sollten bei der Gestaltung und Planung bereits beachtet werden?

II) Throughputqualität/Prozessqualität (Beschaffenheit der Durchführung)

  • Welche Qualitätsmerkmale besitzt ein erfolgreicher Projektprozess beim Service Learning (Mindestqualität bis Perfektion)?
  • Was gefährdet einen erfolgreichen Projektverlauf?

III)  Qutputqualität/Produktqualität (Ergebnisse des Lernprozesses und die Projektergebnisse)  

  • Wann kann eine SL-Projekt als erfolgreich bezeichnet werden(Mindestqualität vs. Perfektion)?
  • Welche allgemeingültigen Kriterien gibt es zur Begutachtung und/oder Zertifizierung?

Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten wurden anschließend von den Gruppen im Plenum vorgestellt.

 

Nach dem Qualitätsdialog bereitete Philip Meyer in einem Impulsreferat zum Einsatz und Mehrwert digitaler Medien beim Service Learning ein Schwerpunktthema der Zukunftswerkstatt vor. Er zeigte auf, dass Service Learning und E-Learning sich gegenseitig ergänzen: Während E-Learning das Lernen zeitlich und örtlich flexibilisiert, fundiert Service Learning das Lernen durch seinen Praxisbezug und die Reflexion authentischer Erfahrungen. Anhand des VHB-Projekts Service Learning - Soziales Lernen in Schule, Hochschule und Weiterbildung gab er konkrete Beispiele, wie digitale Medien zur Wissensvermittlung in Form eines Selbstlernangebots, zur Vermittlung von Einsatzstellen bei Partnerorganisationen, zur Zusammenarbeit mit Praxispartnern und Studierenden, zur Dokumentation und Veröffentlichung von Projektergebnissen sowie zur Unterstützung der Erfahrungsreflexion genutzt werden können. Im Anschluss an das Impulsreferat wurde angeregt künftig  gemeinsame Projekte bei der Virtuelle Hochschule Bayern (VHB)​ zu beantragen.​

 

In einer Zukunftswerkstatt wurde auf die Weiterentwicklung und Verstetigung der Netzwerktreffen eingegangen. Anlässlich einer Ausschreibung des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft im Förderprogramm „Campus & Gemeinwesen" konnte ein gemeinsamer Antrag auf den Weg gebracht. Die Ziele und Inhalte dieses Antrages wurden vorgestellt und eine Einladung zur Beteiligung weiterer Hochschulen an dem Verbund ausgesprochen. Unabhängig von einer möglichen Förderung durch den Stifterverband soll das nächste Vernetzungstreffen im Frühjahr 2015 – voraussichtlich im Zentrum für Hochschuldidaktik (DiZ) in Ingolstadt  – stattfinden. 

 

In einer abschließenden Feedbackrunde wurden Einschätzungen der Teilnehmenden sowie Verbesserungsvorschläge für weitere Treffen gesammelt. Als besonders positiv wurden die angenehme Atmosphäre der Treffen sowie der anregende Austausch über relevante Themen der eigenen Lehrpraxis und Implementierungserfahrungen beurteilt. Zur Verbesserung der Treffen wurde vorgeschlagen künftig ein weniger dichtes Programm zu gestalten und mehr Zeit für den Austausch und die Diskussion einzuräumen. Bei Kaffee und Gebäck konnten alle Teilnehmenden schließlich ihre Gespräche zu Ende bringen und Kontaktdaten austauschen.

​Impressionen der Veranstaltung


  
Web Preview
Impressionen vom Vöhlinschloss beim 2. Vernetzungstreffen in Illertissen
Gruppenbild vom 2. Vernetzungstreffen im Vöhlinschloss in Illertissen
Moderation beim Vernetzungstreffen im Vöhlinschloss in Illertissen
Arbeitsphase beim Vernetzungstreffen im Vöhlinschloss in Illertissen
Arbeitsphase beim Vernetzungstreffen im Vöhlinschloss in Illertissen
Ergebnisvorstellung der Ergebnisse aus der Arbeitsphase des Vernetzungstreffens
Exemplarische Ergebnisse der Arbeitsphase des Vernetzungstreffens
Exemplarische Ergebnisse der Arbeitsphase des Vernetzungstreffens