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Expertenreise 2011 | Vereinigte Staaten

Engaged Universities: Connecting Knowledge to Serve Societey


Was die Amerikaner anders machen, davon konnten sich Vertreter der zehn Finalisten des Wettbewerbs "Mehr als Forschung und Lehre" auf einer einwöchigen Studienreise im Oktober 2011 überzeugen. Die Fulbright-Kommission lud sie zu einem Educational-Experts-Seminar nach Pennsylvania und New Jersey ein, um sich vor Ort über das Engagement der Hochschulen für die Gesellschaft zu informieren. Die Teilnehmer Thomas Sporer und Jens Bemme haben ihre Erfahrungen und Einsichten für die Publikation "Sozial und engagiert" des Stifterverbands zusammengefasst.

Philadelphia ist die Wiege der US-amerikanischen Demokratie. Dass für die Expertenreise sechs Hochschulen im Umfeld dieser geschichtsträchtigen Stadt ausgesucht wurden, mag auch andere Gründe gehabt haben – die Nähe und Zahl der Hochschulen auf engem Raum. Die Gründungsstätten und -mythen der USA in einem historischen Stadtrundgang zu erleben und tags darauf zu erfahren, welche Motive die Hochschulen für gesellschaftliches Engagement anführen, hinterließ einen starken Eindruck.


Das Spektrum der von uns besuchten Hochschulen reichte von einer Ivy League University bis hin zum Community College. Deutlich wurde in den Gesprächsrunden, dass Engagement für das Gemeinwohl als strategische Führungsaufgabe verstanden wird. Die Hochschulleitungen interpretieren diesen Service jedoch unterschiedlich. Ausgangspunkt und Handlungsfeld ist bei diesen Campus Community-Partnerships jeweils die Nachbarschaft.

Hochschule in der Nachbarschaft

Nachbarschaft verstanden als Stadtteilentwicklung, wie in West-Philadelphia, wo die ansässigen Hochschulen längst Aufgaben der Kommune übernommen haben, um einen attraktiven Hochschulstandort zu entwickeln, der Lebensqualität, Infrastruktur und Sicherheit bietet. Dazu gehören auch die Förderung der lokalen Kaufkraft und Bildungsangebote für nichttraditionelle Studierende jeden Alters. Verstanden als Präsenz in der Region, die im Hinblick auf Einnahmen aus Studiengebühren sowie Spenden und Sponsoring eine wichtige Rolle spielt. Oder als Motor für Technologietransfer, der gesellschaftliches Engagement darin sieht, Arbeitsplätze zu schaffen.


Eigeninteressen sind dabei Teil des Kalküls und kein Widerspruch zum Gemeinwohl. Die Hochschulen gestalten ihr Umfeld aktiv, um die eigenen Ziele zu erreichen. Und sie stehen gleichzeitig unter dem öffentlichen Druck, die eigene Strategie zu legitimieren und die Finanzierung zu sichern – neben der Politik auch vor Förderern, Alumni und Eltern. Denn wenn – wie bei amerikanischen Hochschulen üblich – nur etwa ein Viertel der Budgets aus staatlicher Grundfinanzierung stammt, werden andere Anspruchsgruppen wichtiger.  Gemeinwohlorientiertes Engagement zum strategischen Handlungsfeld einer Hochschule zu erklären, kann damit auch als Reaktion auf die Rahmenbedingungen des Hochschulsystems verstanden werden.

Engagement ist selbstverständlich

Oder sind Service- und Outreach-Aktivitäten eher kulturell geprägte Phänomene? Finden wir in Benjamin Franklins Gründungsidee für die University of Pennsylvania (all learning must serve society) eine Erklärung für die Relevanz gesellschaftlichen Engagments für das Selbstverständnis der US-amerikanischen Hochschulen? Ist Bildung im Ideal der Gründungsväter als Voraussetzung für ihre Idee einer demokratischen Gesellschaft zu sehen? Hat eine pragmatische Philosophie von Lernen und Forschen immer einen Bezug zur Verbesserung der Lebensverhältnisse des Einzelnen und der Gesellschaft? Nicht immer wurde solch ein Bezug zur Tradition des Projektlernens im Sinne John Deweys explizit hergestellt.


Offen blieb für uns am Ende der Reise die Frage, was motiviert Hochschulen hierzulande, sich über Forschung und Lehre hinaus gesellschaftlich zu engagieren und die engagierteste Hochschule der Republik zu werden.

Interviews mit den Teilnehmenden

Am letzten Tag der Reise wurden noch Interviews mit den Teilnehmenden geführt. Die Interviews geben die wichtigsten persönlichen Eindrücke und Einsichten wieder.


​Impressionen der Expertenreise



USA

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