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​Frühjahrstagung 2013 | Berlin

Hochschulbildung durch gesellschaftliches Engagement


Rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Forschung, Hochschulverwaltung, Wirtschaft und dem BMFSFJ kamen zu der Konferenz nach Berlin. Anlass war der Abschluss der gefördten Projekte im Programm "Mehr als Forschung und Lehre" des Stifterbverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Stiftung Mercator sowie des Programms "Do it! Service Learning für Studierende" der gemeinnützigen Agentur mehrwert, das durch die Robert Bosch Stiftung gefördert wurde. Durch die beiden Förderprogramme konnte das Bewusstsein von Hochschulen für ihre Rolle in der Zivilgesellschaft gestärkt werden.

Gesellschaftliches Engagement an Hochschulen

Zu Beginn ging es um die Praxis gesellschaftlichen Engagements an deutschen Hochschulen. Holger Backhaus-Maul von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg stellte die Ergebnisse einer Studie zur Verbreitung von Service Learning an deutschen Hochschulen vor. Demnach bieten 56 Hochschulen spezifische Service Learning Programme an, das sind 15% aller deutschen Hochschulen, wobei Baden-Württemberg bei der Verbreitung des Begriffs "Service Learning" an der Spitze steht. Seit dem Jahr 2007 nimmt die Verbreitung in ganz Deutschland kontinuierlich zu.

In den darauffolgenden Sessions wurden die im Programm "Mehr als Forschung und Lehre" geförderten Projekte vorgestellt und darüber diskutiert, wie gesellschaftliches Engagement im Kontext Hochschulentwicklung einzuordnen und im System Hochschule zu verorten ist. Ann-Katrin Schröder-Kralemann, die Programmleiterin beim Stifterverband für Deutsche Wissenschaft moderierte die Beiträge von:

  • Tim Göbel, Vizepräsident für Kommunikation und Strategische Projekte, Zeppelin Universität Friedrichshafen
  • Prof. Dr. Wilhelm Schwick, Rektor der Fachhochschule Dortmund
  • Prof. Dr. Wolfgang Stark, Leiter des Zentrum für gesellschaftliches Lernen und soziale Verantwortung der Universität Duisburg-Essen
  • Prof. Dr. Klaus Sailer, Geschäftsführer des Strascheg Center for Entrepreneurship an der Hochschule München
  • Dr. Oliver Fromm, Geschäftsführer von UniKasselTransfer an der Universität Kassel
  • Thomas Sporer, Projektleiter der Initiative "Bildung durch Verantwortung" an der Universität Augsburg

Als Fazit des Tages blieb festzuhalten, dass vieles aus dem angelsächsischen Bereich gelernt wurde. In Deutschland steht die zivilgesellschaftliche Ausrichtung des Lehrens und Forschens an Hochschulen noch in den Anfängen. 

Handlungsbedarfe und Zukunftsperspektiven

Der Tag begann mit einem Impuls aus der Wirtschaft von Dr. Thomas Osburg der Intel Corp., der Einblicke in die Strategien und Entwicklungen gab, wie Unternehmen sich in den letzten zehn Jahren als gesellschaftliche Akteure entdeckt und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben. Seiner Ansicht nach handeln Hochschulen nach dem Shared Value Prinzip. Das heißt sie engagieren sich für zivilgesellschaftliche Themen erst, wenn es auch einen Wert für sie selbst schafft. Osburg sieht in der Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen ein Potenzial, das noch nicht ausgeschöpft ist.

Dr. Sophie Duncan vom National Co-Ordinating Centre for Public Engagement in Bristol schilderte im Anschluss eindrucksvoll die Erfahrungen, die in Großbritannien mit einem Leuchtturmprogramm gemacht wurden, das von der Regierung für insgesamt vier Jahre gefördert wurde. Dabei konnten sich Hochschulen mit Projektideen bewerben, wie gemeinnütziges Engagement von Hochschulen systematisch mit Lehre und Forschung verknüpft werden kann.

In der abschließenden dritten Session ging es um Handlungsbedarfe und Perspektiven. Die Netzwerksprecherin Prof. Dr. Bettina Hohn von der HWR Berlin stellte fest, dass die vorgestellten Projekte zeigen, dass es vielfältige Formen gesellschaftlichen Engagements an Hochschulen gebe und es noch zu früh ist, um "Service Learning" und artverwandte Formen des Engagements in Studium und Lehre definitorisch festzulegen. Gleichzeitig unterstrich sie, dass es nun politische Arbeit erfordere, um das Themenfeld voranzubringen. Dr. Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, wähnte die Hochschulleitungen in der Pflicht, nun zu zeigen, welchen konkreten Nutzen das vielfätige Engagement für Hochschulen, Studierende und die Gesellschaft bringe.

​Impressionen der Veranstaltung


  
Web Preview
Begrüßung durch Gabriele Bartsch auf dem Kongress in Berlin
Eröffnung der Konferenz durch die Gastgeber des Kongresses in Berlin
Vortrag von Holger Backhaus-Maul auf dem Kongress in Berlin
Einführung zu den Präsentationen der Preisträger im Wettbewerb "Mehr als Forschung und Lehre"
Podiumsdiskussion mit den Preisträgern des Wettbewerbs "Mehr als Forschung und Lehre"
Vortrag von Thomas Sporer auf dem Kongress "Mission Gesellschaft"
Impressionen der Pausengespräche auf dem Kongress in Berlin
Vortrag von Sophie Duncan auf dem Kongress "Mission Gesellschaft" in Berlin
Podiumsdiskussion auf dem Kongress "Mission Gesellschaft" in Berlin
Impressionen von Pausengesprächen auf dem Kongress in Berlin